BSI-Lagebericht zur IT-Sicherheit 2025 veröffentlicht

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat am 11.11.2025 unter https://medien.bsi.bund.de/lagebericht/de/index.html seinen Bericht zur Lage der IT-Sicherheit in Deutschland 2025 (Berichtszeitraum: 1. Juli 2024 bis 30. Juni 2025) veröffentlicht.

Mit seinem Bericht zur Lage der IT-Sicherheit in Deutschland gibt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) jährlich einen umfassenden Überblick über die Bedrohungen im Cyberraum. Für die Lage der IT-Sicherheit in Deutschland bestand laut BSI im Jahr 2025 kein Grund zur Entwarnung: Sie bleibt weiterhin auf angespanntem Niveau. Zwar sind wiederholt Erfolge gegen Cyberkriminalität zu verzeichnen, die sich weiter zuspitzende geopolitische Lage führt aber zu einer unverändert angespannten IT-Sicherheitslage. Ein wesentlicher Faktor dafür sind weiterhin die unzureichend ge­schützten Angriffsflächen.

In der Dimension Bedrohungen sind im Berichtszeitraum durchaus positive Trends zu beobachten. Im Cybercrime-Bereich führten internationale Strafverfolgungsmaßnahmen zu einer Stabilisierung. Namentlich mit LockBit und Alphv konnten zwei vormals sehr aktive Angreifergruppen nahezu ausgeschaltet werden.

Die Angriffsflächen in Deutschland – insbesondere Web-Angriffs­flächen – zeigen dagegen nach wie vor einen besorgniserregenden Zustand. Web-Angriffsflächen müssen mehr professionelle Auf­merksamkeit durch wirksames Angriffsflächenmanagement erhalten. So werden beispielsweise viel zu oft bekannte Schwach­stellen in Perimetersystemen zu spät oder gar nicht gepatcht. Im aktuellen Berichtszeitraum wurden darüber hinaus durchschnitt­lich täglich 119 neue Schwachstellen in IT-Systemen bekannt, ein Wachstum von rund 24 Prozent im Vergleich zum vergan­genen Berichtszeitraum. Angriffsflächenmanagement für Web-Angriffsflächen muss ab sofort genauso selbstverständlich werden, wie es zum Beispiel Antiviren-Software für Mail-Angriffsflächen heute schon ist.

Die im Berichtszeitraum beobachteten Gefährdungen, das heißt die Zahl der tatsächlichen Angriffe, Vorfälle und Störungen, gingen damit auch in diesem Jahr nicht zurück. Erfolge im Bereich der Bedrohungen führen wegen zu vieler zu schlecht geschützter Angriffsflächen noch nicht zu einer Abnahme der Gefährdungen. Dabei setzte sich konkret der Trend weg von großen, aufwen­digen Angriffen hin zu vielen kleinen, einfach durchzuführenden fort: rund 80 Prozent der angezeigten Angriffe, zum Beispiel mit Ransomware, richteten sich gegen kleine und mittlere Unterneh­men (KMU), denen häufig die Mittel und das Wissen fehlen, um sich selbstständig zu schützen.

In der Dimension Schadwirkung beobachtete das BSI ebenso weiterhin hohe Werte. Die Anzahl der Leak-Geschädigten nahm zu, ebenso wie Zugangsdatendiebstähle. Während die Bereitschaft zur Zahlung von Lösegeldern im aktuellen Berichts-zeitraum weiter sank, wurden im Zuge von Datenleaks nach Exploitation-Angriffen die durchschnittlich höchsten Lösegelder seit Beginn der Aufzeichnungen registriert. Hinzu kommen die Kosten durch entgangene Einnahmen bei angriffsbedingten Systemausfällen sowie Kosten für IT-forensische Untersuchungen oder für die Wiederherstellung von IT-Systemen.

Die dargestellten Gefährdungen und Schadwirkungen im BSI-Lagebericht 2025 zeigen, dass in der Dimension Resilienz noch großer Handlungsbedarf besteht. Vor allen Dingen die eigenen Angriffsflächen müssen verstärkt in den Fokus genommen werden. Während hier beispielsweise die meldepflichtigen KRITIS-Betreiber stetig Fortschritte bei ihren ISMS- und BCMS-Reifegraden erzielen, stehen wirksame Maßnahmen, insbesondere bei vulnerablen Gruppen wie beispielsweise KMU, politiknahen Institutionen oder Verbrauchern überwiegend noch aus.